Wir wirken auf unser Publikum, noch bevor wir das erste Wort gesprochen haben. Denn – so enttäuschend das für Menschen sein mag, die besonderen Wert auf Inhalte legen – die Körpersprache macht die Musik. Egal, wie lange ein Vortrag dauert, entscheidend sind die ersten Sekunden. Wie betreten Sie den Raum? Wie füllen Sie ihn – im übertragenen Sinne – aus? Was tun Ihre Hände während des Vortrags? Wie schnell oder langsam sprechen Sie? Wohin geht Ihr Blick? Unabhängig vom eigentlichen Inhalt Ihres Auftritts können Sie durch Ihre Körpersprache die Zuhörerschaft für sich einnehmen – oder gleich zu Anfang verlieren. 

Stehen Sie im Leben?

So überraschend es klingt: Selbst das richtige Stehen will gelernt sein, auch im Erwachsenenalter. Überlegen Sie einmal kurz: Wie stehen Sie üblicherweise bei einem Vortrag? Nehmen Sie die Raum- oder Bühnenmitte für sich ein oder verkrümeln sie sich lieber in die hinterste Ecke, am besten so, dass Sie niemand sieht? Schultern zurück, Brust raus, mit beiden Füßen Bodenhaftung spüren – kommt Ihnen das bekannt vor oder bringt Sie allein die Vorstellung davon ins Schwitzen? Trifft Letzteres zu, sollten Sie zunächst an Ihrem „Standpunkt“ arbeiten.

Aufrechte Haltung mit leicht nach hinten gestreckten Schultern und einer geraden, dem Publikum zugewandten Kopfhaltung, so treten Sie Ihrem Publikum souverän entgegen. Fühlen Sie den Untergrund unter Ihren Füßen und spüren Sie dadurch eine angenehme Bodenhaftung, aber bleiben Sie nicht wie angewurzelt stehen: Beim dezenten Abschreiten der Bühne nehmen Sie die Zuhörer auf Ihre gedankliche Reise mit. Dynamische Bewegungen signalisieren Lebendigkeit und lenken die Aufmerksamkeit auf Sie. Mumien gehören ins Museum, seien Sie also aktiv, aber vermeiden Sie Hektik. Wer auf der Bühne herumzappelt oder wild mit den Händen herumfuchtelt, lenkt vom Wesentlichen ab.

Apropos Hände: Achten Sie im TV oder bei Auftritten Anderer einmal auf die unterschiedlichen Handhaltungen und was diese in Ihnen auslösen. Sie werden staunen, was vielfältig die Möglichkeiten jenseits der legendären „Raute“ von Bundeskanzlerin Merkel sind. Vor der Brust verschränkte, steif beidseitig des Körpers herabhängende Arme, gefaltete Hände oder gar geballte Fäuste sind allerdings ein No Go. Auch auf in den Hosentaschen versteckte oder hinter dem Rücken übereinander gelegte Hände sollten Sie lieber verzichten, um nicht überheblich oder „professoral“ zu wirken. Versuchen Sie es doch einmal mit locker über der Magengegend angesiedelten Handhaltung. Setzen Sie die Hände ein, um das Gesagte zu unterstützen, präsentieren Sie den Zuhörern Ihre geöffneten Handflächen und laden Sie sie damit ein, Ihnen zu folgen.

Und was machen die Füße währenddessen? Wippen Sie hin und her? Tänzeln Sie auf den Zehenspitzen oder präsentieren Sie sich breitbeinig mit wie „einbetoniert“ wirkenden Füßen? Besser nicht, es sei denn, Sie wollen nervös, unsicher oder wie ein Security-Mitarbeiter wirken. Stehen Sie mit beiden Beinen sicher auf dem Boden, stellen Sie die Füße vollflächig und im leicht geöffneten Winkel nebeneinander auf und wechseln Sie zwischen ruhigem Stehen und langsamen Auf- und Abgehen ab: Ihr Publikum wird es lieben!

Trau, schau, wem

Bei einem Auftritt vor Publikum ist auch der Blickkontakt entscheidend. Wer auf den Boden schaut, den Blick umherirren lässt oder einen der Zuschauer andauernd fixiert, verpasst die Chance auf ein aufmerksames Publikum. Erfassen Sie möglichst den ganzen Raum und blicken Sie alle Anwesenden an. Lösen Sie sich von Skripten, PowerPoint und Monitor und „holen“ Sie Ihre Adressaten auch durch einen freundlichen Blickkontakt „ab“ – die Inhalte Ihres Vortrages haben Sie doch auch ohne Ihren Spickzettel intus. Im professionellen Einsatz dagegen dürfen Sie ruhig Moderationskarten nutzen, aber auch hier gilt: Ein kurzer Blick genügt.

Probieren Sie diese Ratschläge aus und setzen Sie die Tipps in die Tat um. Sie werden sehen: Schon diese wenigen Hinweise genügen, um Ihrem Auftritt mehr Wirkung und Nachhaltigkeit zu verleihen. Weitere Tipps und die Möglichkeit, Ihre Körpersprache zu analysieren und zu verbessern, biete ich Ihnen in meinen Trainings und Seminaren. Mehr dazu finden Sie auf meiner Website ilonalindenau.de sowie in den folgenden Blog-Beiträgen.

 

Stichworte: Souveränität, Präsentationstraining, erfolgreich präsentieren, souverän Vorträge halten, Körpersprache beim Präsentieren

 

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