Von Eltern hört man es oft: „Wie heißt das Zauberwort?“ Gemeint ist ein freundliches Bitte an Stelle des kernigen „Ich will…“ . Die gleiche Magie geht vom Gegenstück aus – dem „Danke“. Sich Bedanken, das gehört seit Kindertagen zum Weihnachts-, Ostern- und Geburtstags-Repertoire. Ein Geschenk hatte stets das Sich Bedanken im Schlepptau. Meistens jedenfalls. Ob das Geschenk nun passte und wirklich gefiel oder nicht, das Danke war inklusive. Weniger gut fühlte man sich als Kind, weil das Danke als leidige Pflichtübung unumgänglich war. Eine in Stein gemeißelte Kulturtechnik, vor der es kein Entrinnen gab, und die einen Rüffel nach sich zog, sollte man es vergessen haben – so fühlte sich das Danke Sagen an. Es sagen müssen, ist eine Pein. Es sagen zu wollen, ist ein sympathischer Charakterzug, der den Mitmenschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Es muss nichts Materielles sein, was ein Dankeschön wert ist. Menschen, die mit uns zu tun haben, schenken uns ihre Zeit. Sie hören uns zu. Sie erbringen einen Service, der uns den Alltag erleichtert. Der Busfahrer fährt uns sicher ans Ziel. Die Verkäuferin sucht die leckersten unter den Erdbeeren aus. Ohne den Postboten kämen keine Briefe an. Und das Klappern der Mülltonne verrät, dass uns die Müllabfuhr von unserem stinkigen Abfall befreit. Der Lebenspartner oder die Partnerin, unsere Freunde, die Familie – sie sind für uns da und geben uns das Gefühl, geliebt zu werden. Die Arbeitskollegen tragen dazu bei, dass Teamspirit kein Lippenbekenntnis ist. Mag sein, dass es auch einmal nicht so ist. Dann ist ein unaufrichtiges Danke fehl am Platze. Ein wirklich empfundenes Danke aber, im rechten Moment freundlich formuliert, wirkt Wunder. „Zwei Brötchen!“, „N´ Big Mac“ – so zackig und ruppig wird häufig bestellt, die Ware wortlos eingepackt. Warum eigentlich? Ein kleines Danke kostet eine Sekunde. Und schon wird die alltägliche „Selbstverständlichkeit“ zum Geschenk – für Sie und für den Menschen, bei dem Sie sich bedanken.

Versuchen Sie es einfach mal und staunen Sie, was passiert. Sagen Sie einfach mal Danke – zu jungen Menschen, Auszubildenden und Studierenden. Sagen Sie Danke zum Chef oder zum Vorgesetzten. Bedanken Sie sich für Input, für Anregungen, für eine gute Idee. Fürs Mitdenken oder wenn Ihnen jemand die Tür aufhält. Sie wissen ja: „Wie´s in den Wald hinein schallt, so schallt es heraus.“ Sagen Sie Danke und schenken Sie Freude – Ihrem Gegenüber und sich selbst.

Stichworte: Persönlichkeitsentwicklung, Selbstwertgefühl

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